Organ-US, es war furchtbar!

Ich bin noch ganz aufgebracht und versuche irgendwie alles aufzuschreiben, ohne etwas zu vergessen. Es wird garantiert verwirrend klingen, aber glaubt mir, das war/ist es für uns auch.
Wir waren heute zum Organultraschall in Braunschweig. Termin war 18:30h. Gleich als wir n die Praxis kamen, zischte uns die Sprechstundenhilfe an „Es geht aber maximal 1 Begleitperson mit hinein!“
Tolle Begrüßung, da kommts dann auch gleich von mir zurück, dass ich ein „Warum?“ erklärt haben will. Der Doktor WILL das so, schließlich würden Begleitpersonen Unruhe hinein bringen und überhaupt, seien Kinder beim US ja eh nicht unbedingt geeignet aufgehoben. Ich schimpfte vor mich hin, dass da jeder Dorfarzt familienfreundlicher wäre. Klar, ALLE wollten wir eh nicht mitnehmen, aber es ging mir auch ein bisschen ums Prinzip der Begrüßung.
Dann waren wir dran und ich fragte, ob Emmy mitkommen darf. Seeeehr freundlich, ich könnte brechen, nuschelte der Arzt „Aber nur das Eine!“

Er gab uns knapp die Hand, wies mir die Liege zu und sprach dann erst einmal gar kein Wort. Er fragte NICHTS, er sagte NICHTS, fummelte am Mutterpass rum und klatschte mir irgendwann wortlos Gel auf den Bauch und ich dachte schon, ich liege bei der Fleischbeschauung des Amtsveterinärs. Ich fragte, ob er, wenn er ein Bild vom Gesicht bekäme, mir eins ausdrucken könnte. „Muss ich erst sehen, wie das Kind liegt.“dann wieder leuchtendes Schweigen. Keine Erklärung, was er da gerade vermisst, was er sieht, ob ihm das gefällt… sicher gute 5min NIX!
Irgendwann merkte er wohl, dass wir auch noch da sind und meinte kurz angebunden „Jetzt messe ich den Oberschenkelknochen.“ Toll, er konnte noch reden, welch Wunder!
Und wieder Schweigen. Kontrast-US am Herzen… 3D nur bei der Aufnahme vom Gesicht… ansonsten eben ganz normal US, nur eben ohne die üblichen Kommentare und Erklärungen, die man sonst beim Arzt bekommt.
Gut, wir sehen eben aus, wie geistig beschränkte Bergbauern, aber mit einem kleinen Kommunikationsversuch hätte er feststellen können, dass wir zusammenhängende Sätze sprechen können.
Also fing ich an nachzuhaken, ob er denn etwas sähe, was ihm gefällt oder nachdenklich macht. Das Herz sei…. naja, er sei sich nicht sicher…. so wirklich könne er gar nicht sagen, aber es würde bis jetzt einigermaßen gut aussehen, da könnte aber eine Aortenisthmusstenose vorliegen….

Weit mehr Sorgen mache ihm die Verengung von Magen zum Darm. Ich war wie vom Donner gerührt und wollte natürlich sofort wissen, was er damit meine. Er zeigte den Querschnitt des Bauchs. Hellgrau, darin zwei schwarze Flecken, ein größerer (Magen) und ein etwas kleinerer (Zwölffingerdarm). Beides sei gut gefüllt und normalerweise würde man den Zwölfingerdarm nicht so deutlich sehen. Es gäbe zig mögliche Gründe dafür, einerseits dass der Kleine gerade ordentlich getrunken habe, andererseits könne man aber auch einen Gendefekt nicht ausschließen und wir müssten dann eine Fruchtwasseruntersuchung machen.
Ich „Bitte????“ So ganz begriff ich nicht, was der Darm mit einer Amniozentese zu tun haben könnte. Ja, es wär theoretisch möglich, auch wenn es weiter keine Anhaltspunkte gäbe, aber eben das mit dem Darm dafür sprechen würde… Trisomie21…. möglichst schnell Fruchtwasser entnehmen…. und: „Dann könnte man das Problem ja noch lösen.“
Ich schüttelte den Kopf, meinte, die Idee könne er ganz schnell wieder vergessen, denn selbst wenn Trisomie21 vorläge, würden wir den Kleinen kriegen und dass wir garantiert nicht das Risiko der Biopsie auf uns nehmen werden. „Wenn Sie meinen, dass Sie DAS schaffen..“ nuschelte er und beanstandete dann die Menge meines Fruchtwassers als viel zu viel, was auch dafür spräche… Ich unterbrach ihn, dass ich bei den Kröten auch Unmengen Fruchtwasser gehabt habe und kein Downsyndrom vorlag, auch Keine Darmverengung.
Weiter erklärte er dann nur noch, dass ich nicht in einer normalen Klinik entbinden soll, sondern nur da, wo gleich Kinderarzt und Kinderintensiv angegliedert ist.
Ich fragte, wie es mit weiteren Untersuchungen sei, ob das alles beobachtet werden müsse und bekam die Antwort „Wenn Sie das möchten… Ist Ihre Entscheidung. So in 5-7 Wochen können Sie dann wieder kommen.“
Ich war bedient! Nicht nur, dass ich völlig verwirrt bin und noch nicht begreife, was dieser Arzt mir sagen wollte, wenn er denn tatsächlich eine Meinung hat, was ich nach seinem ganzen „könnte…. könnte nicht…. oder vielleicht…“ noch arg bezweifle, nein, er warf mir beim Verlassen des Untersuchungszimmers fast wie mit Kusshand hinterher, dass man auch die Möglichkeit einer Trisomie 13 nicht unbeachtet lassen sollte.

Später googelte ich. Trisomie 13, Pätau-Syndrom. Sofern die Kinder überhaupt lebend geboren werden, haben sie nur eine geringe Lebenserwartung und diese meist nur unter größtmöglicher medizinischer Unterstützung. Was ich da las, sitz noch immer wie ein Schock in mir.
Ich habe Angst, dass er mit seiner Theorie recht haben könnte, aber in mir ist alles auf Kampf eingestellt, eine Wut und das Gefühl, dass mein Sohn gesund ist und wir uns nicht einreden lassen sollen, etwas stimmt nicht mit ihm. Und ich habe Angst, dass mein Gefühl nur Wunschdenken ist.
Auf jeden Fall werde ich mir eine 2. Meinung einholen und notfalls noch eine 3.
Nur von diesem einen schwammigen Panikmacher, der nicht einmal richtig erklärt und nur Angst verbreitet, nehme ich die Diagnose NICHT an!

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