Zurück aus Dortmund

Ein anstrengender Tag geht zu Ende und ich kann noch immer nicht alles sortieren. Bettina, meine Freundin und Hebamme, hat umgehend einen Termin im Pränatalzentrum Dortmund vereinbart und mich heute zu diesem Termin begleitet. Im Schlepptau hatten wir den Befund des „wunderbaren“ Arztes, der mich wie eine Schweinhälfte bei der Begutachtung für die Freigabe zum Verzehr behandelte.
In seinem Bericht schreibt er tatsächlich NICHTS von seiner geflöteten Warnung bezüglich möglicher Trisomie 13. Dafür trägt er aber besonders dick auf, wie eingehend er mich über mögliche invasive Maßnahmen zur Festellung der möglichen Trisomie 21 beraten und wie vehement ich mich doch dagegen ausgesprochen habe.
Seine Beratung war „…müssten wir mal Fruchtwasser untersuchen…. könnte man PROBLEM noch lösen…“
Wo bitte ist das eine Beratung? Aber egal, wenn seine Fantasie ihm nun vorgaukelt, er sei sehr beratend und vor allem einfühlsam, soll er das weiter denken. Ich jedenfalls kann mit so viel Einfühlsamkeit nicht umgehen und bleibe seiner Praxis daher fern.

Zuerst die für mich wichtigste Nachricht von heute: Die mögliche Trisomie 13 ist völlig vom Tisch!
Die Ärztin meinte, es müsse mehrere andere, sehr deutliche Indikatoren wie Spaltenbildung oder bestimmte anatomische Darstellungen geben, um die 13 überhaupt in Betracht zu ziehen und bei meinem US sähe sie da keinerlei Hinweise.

Nun die nicht schönen Nachrichten.

– Größtes FW-Depot: 12,0 (normal laut Ärztin 4-5)
Somit annähernd 3x soviel Fruchtwasser, Hydramnion .

– Double-Bubble-Phänomen, Verdacht auf Duodenalatresie

– Herz: linke Ventrikel wirkt schmal bei unauffälligen Aortenabgang. Inkompletter Atrioventrikulärer Septumdefekt. Evtl. Sinus coronarius. White Spot.

– hypoplastisches Nasenbein

Berechtigter Verdacht auf Trisomie 21 . Eindringliche Empfehlung für Entbindung mit angegliederten Abteilungen Kinderchirurgie und Kinderkardiologie.
Wahrscheinlich Operation bereits kurz nach Geburt notwendig (Darm). Ob dringend Herz-OP, muss Befund des Kardiologen dann die nächsten Wochen zeigen.

Kardiologe mit Pränataldiagnostik muss nun den Herzfehler genauer differenzieren.
Dann Klinik suchen, wo Yorik geboren werden kann und sofort ein Kinderchirurg und Kinderkardiologe bereit steht.

Jetzt gilt sacken lassen und sortieren. Dann ab Montag Ärzte abklappern und auf Kliniksuche gehen.

Die Ärztin, Frau Dr. B., war einfach klasse! Sie nahm sich sehr viel Zeit, es gab eingehende Gespräche und Berücksichtigung aller möglichen, familiären Indikatoren.
Trotzdem hätte ich das alles ohne Bettina nicht durchgestanden. Sie musste für mich zuhören, wenn ich nur noch Rauschen im Kopf hatte oder antworten, wenn ich es unter meinem Geflenne nicht konnte.
Aber sie war die ganze Zeit an meiner Seite und dafür werde ich ihr ewig danken!

Alles muss jetzt wie gesagt sacken und ich schreibe die Tage sicher noch etwas mehr dazu. Nur heute bin ich mehr als platt!
Die kommenden Monate werden extrem hart. Allein schon wegen den Überwachungen und verdammt langen Anfahrtswegen zu Kliniken und Spezialisten. Wie ich das alles körperlich, mental und finanziell gebacken bekomme, werde ich sehen müsse.
Aber zumindest hat Yorik eine ziemlich gute Prognose in Bezug aufs Überleben!!!

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